Emzar und Revaz Vasadze (Tanini Wines)


Ein georgisches Weingut ist fast immer ein Familienunternehmen. Emzar Vasadzes Sohn Revaz ist für die Leitung des Weinguts und alle technischen Aspekte zuständig. Seine Tochter Nino ist Malerin in Tbilisi, entsprechend entstehen durch ihr künstlerisches Talent die Tanini-Etiketten. Sie kümmert sich auch um Marketing und Verkauf. Das Weingut befindet sich im Dorf Kiketi auf einer Höhe von 1.300 Metern, was das ganze Jahr über stabile Umgebungsbedingungen ermöglicht, um die Temperatur für die Reifung der Weine im Qvevri konstant zu halten. Das Volumen der unterirdischen Qvevri reicht von 230 bis 2000 Litern. Edelstahltanks werden nur für die Lagerung und zum Ruhen des Weins vor der Abfüllung verwendet.

Die Familie Vasadze bevorzugt eine längere Gärung und Mazeration, um die gewünschten, feinen Aromen zu erhalten. Im Marani profitieren die Trauben von einer leichten Oxidation, da sie die Komplexität des Geschmacks erhöht. Im Falle einer verzögerten Gärung entstehen Verbindungen wie Aldehyde und flüchtige Säuren, die die ursprüngliche Idee des Weinprofils zerstören: „Es ist daher wichtig, den Einfluss der Trester auf den Wein nicht zu übertreiben, die Schalen sollten den Wein ergänzen, nicht ersetzen", erklärt Emzar.

Als Mitglied der NWA gehört es zum Selbstverständnis von Tanini, den Weinberg biodynamisch zu bewirtschaften. Die meisten Beeren für die Weißweinproduktion stammen aus der Mikrozone Vazisubani: der Mtsvane, der dort in Busheti angebaut wird, enthält eine Fülle von Aromen von Honig, Wachs und Steinobst. Gleichzeitig schwärmt Emzar aber auch von seinem Mtsvane aus Manavi, in dem sich Pfirsiche, Karamell, Mineralität und etwas Rauchiges erschmecken lassen. Taninis bekanntester Wein ist der Saperavi, von dem sich auch der Name des Weinguts ableitet. Der Wein stammt aus dem Dorf Mukuzani, gärt einen Monat lang mit allen Stielen und reift dann ein Jahr lang in den Qvevri. Dieser lange Zeitraum stabilisiert den Wein auf natürliche Weise und entwickelt sein Geschmacksprofil so weit, dass der Wein ohne Bedenken zur finalen Entwicklung in Flaschen abgefüllt werden kann. Die dominanten Tannine sind hervorragend in die Struktur des Weins integriert und harmonieren mit wahrnehmbaren Aromen von dunklen Blumen, Veilchen und frischem Kirschkuchen. Emzar schließt mit der Erkenntnis, dass Edelstahltanks nicht in der Lage sind, ein nur annährend erdverbunden-komplexes Profil zu erzeugen, wie es die Qvevri vermag: „Schon in der guten alten Zeit stellten die Weinbauern ohne jegliche wissenschaftliche Kenntnisse charakteristische Weine her; die Mutter Erde gebiert den Wein", sinniert er.