Giorgi Ghvardzelashvili


Giorgi Ghvardzelashvili ist ein stolzer Georgier durch und durch. Wir besuchten ihn eines späten Abends, waren viel zu spät dran und hatten fast vor, das Treffen zu verschieben. Er sagte am Telefon darauf: „Sagt ihr, wann ihr kommt, ich sage dafür, wann ihr geht“. Und so wurde der Abend schön und lang. Giorgi ist ein Bär von Mann, groß gebaut, laute Stimme und sehr dominant im Auftreten. Doch wer hier eine Parallele zu seinem Wein vermutet, irrt, da man einen wesentlichen Charakterzug Giorgis erst auf den zweiten Blick bemerkt: seine vollkommene Hingabe und Verbundenheit zur Natur und einer gesunden Lebensführung. Er kümmert sich und kennt seine Reben, als wären sie seine eigenen Kinder. Er überlässt nichts dem Zufall und ist fast den gesamten Tag auf dem Feld, wo manche Rebstöcke bis zu 46 Jahre alt sind. So ist es auch kein Zufall, dass er einer der drei Winzer in Georgien ist, der die seltene, fast vergessene Rebsorte Jgia wieder kultiviert und damit neue Maßstäbe für diese Traube setzt. Seine Weinberge kommen ohne künstliche Bewässerung aus und die Trauben erreichen meist einen natürlichen Zuckergehalt von fast 30%, sodass seine Weine eine Vielfalt an Fruchtaromen aufweisen, wie man es nicht erwartet hätte. Sein Marani ist schließlich sein Meisterstück, stilvoll und prächtig angelegt und komplett selbst gebaut. Das Winzerhandwerk selbst lernte er von seinem Vater, doch erst Giorgi war es, der vor wenigen Jahren die Produktion begrenzte und aus Überzeugung vollständig auf Natur - und Qvevri-Methode umstellte, um zukünftig Weine außergewöhnlich hoher Qualität zu produzieren. Sein 2 Hektar großer Weinberg befindet sich in Kondoli, in der Mikrozone Tsinandali, wo die Trauben von der Familie von Hand geerntet werden.